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Schöpfungsmythen

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Schöpfungsmythen


Gleichsam vielschichtig wie die Vorstellungen über das Weltbild, waren die ägyptischen Schöpfungslehren und –mythen, die in erster Linie naturalistisch waren, also aus einer Verbindung zwischen Naturbeobachtung und Religion hervorgingen.

Eine im alten Ägypten weit verbreitete Ansicht über die Entstehung der Welt ist moglicher Weise aus der Beobachtung hergeleitet, dass während des Rückganges des Wasserstandes nach der Nilschwemme Schlammhügel zwischen den Wasserflächen auftauchten. Da dieser Vorgang am auffälligsten im Delta zu beobachten war, hat dieser Schöpfungsmythos hier wohl seinen regionalen Ursprung.

So entstand die Welt aus einem schlammigen Urhügel. Aus den unendlichen, weltumspannenden Wassermassen stieg schließlich der Schöpfergott empor, indem er die Essenzen im Wasser in sich vereinigte und schuf danach die Welt. Bis zu diesem Punkt sind sich die meisten Mythen einig, doch im weiteren Ablauf der Gestaltung der Welt treten mehr oder weniger deutliche Unterschiede zu Tage.

In Hermopolis, 300 km südlich vom heutigen Kairo entfernt, am linken Nilufer liegend, glaubte man, dass der Urhügel vom Schöpfergott Thot ein Ei empfing, dem die junge Sonne entsprang und zum Himmel aufstieg. Danach rangen verschiedene, Tier gestaltige und Furcht erregende Gottheiten um die Vorherrschaft auf Erden, bis sich eine gültige Weltordnung einstellte.

Ebenfalls in Hermopolis existierte die Vorstellung, dass eine Lotosblüte auf den Urhügel fiel, ihren Kelch öffnet und einen jungen Sonnenknaben frei ließ, der ebenfalls zum Himmel empor kletterte und mit seinem Licht die Welt erhellte. Am Abend kehrte der Knabe dann zum Lotoskelch zurück, um ihm am kommenden Morgen wieder zu entsteigen.

In der Sonnenstadt Heliopolis, nordöstlich des heutigen Kairo am Rande der lybischen Wüste, entstand der Schöpfungsgott Atum aus dem Nichts. Ais seiner Hand schuf er dann den Luftgott Schu und die Göttin der Feuchtigkeit Tefenet. Aus ihnen bildeten sich wiederum zwei Götter: Der Erdgott Geb und der Himmelsgott Nun.

Abweichend von den Naturgöttern sah man im Memphis, für viele Dynastien Hauptstadt im Alten, Mittleren und Neuen Reich, an der Grenze zwischen Ober- und Unterägypten gelegen, immaterielle anstelle von Naturgöttern wirken. Der Menschen gestaltige memphitische Stadt- und Schöpfergott Ptah ließ die Welt durch die ihm inne wohnende Kraft entstehen, sein Herz brachte die Erkenntnis in die Welt, seine Zunge schuf durch Worte die Elemente der Schöpfung, aus der dann die Welt hervor ging.

Neben diesen Haupt-Weltentstehungslehren gab es weitere, die oft aber nur in einigen wenigen Regionen Ägyptens eine mehr oder minder starke Bedeutung hatten. In Sais, das besonders während der 26. Dynastie und den Königen (664 bis 525 v.u.Z.) Bedeutung erlangte, übernahm man unverändert den memphitischen Mythos und setzte an die Stelle des Ptah die Stadtgöttin Neith.

An verschiedenen Orten meinte man, der Widder gestaltige Gott Chnum habe die Welt mit all ihren Formen und Lebewesen auf der Töpferscheibe modelliert. Die Götterlehre von Edfu, einer Stadt, 100 km südlich von Luxor, nahm für sich in Anspruch, dass die Welt aus einem im Nil schwimmenden Gestrüpp aus Binsen entstand.

Allen Vorstellungen ist ein naturalistischer Mythos vom Ursprung der Welt zu eigen, der auch in späterer hellenistischer oder römischer Zeit nicht den Sprung zum Logos schaffte, zu einer logischen Form der Welterklärung. Selbst der Kontakt mit Fremdvölkern, die verschiedenen Fremdherrschaften in den so genannten Zwischenzeiten führten nicht zu einer wesentlichen Abkehr in den religiösen Überlieferungen.

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