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Der altägyptische Kalender

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Der altägyptische Kalender

Das Kalenderwesen der alten Ägypter war, verglichen mit dem heute gebräuchlichen, sehr viel einfacher, überschaubarer, aber auch ungenauer, wie wir noch sehen werden. Abgesehen von der Tatsache, dass die Jahreszählung mit jedem neugekrönten König wieder bei 0 anfing, umfasste ein altägyptisches Jahr genau 365 Tage, die zu 12 Monaten mit jeweils 30 Tagen (10 Tage pro Woche!) und 5 Zusatztagen am Jahresende gegliedert waren. Darüber hinaus kannte man drei feste Jahreszeiten zu je vier Monaten, die an das natürliche Leben im Laufe eines Jahres gekoppelt waren: Überschwemmung, Winter und Sommer.

Der ägyptische Kalender war vor allem ein landwirtschaftlicher. Es lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren, wann er das erste Mal offiziell benutzt wurde, wer ihn ersonnen hat und vor allem wann dies war. Als sicher darf angenommen werden, dass man ihn benötigte, um die Zeiten der Aussaat, der Ernte und der für die Bewohner des Nillandes ungemein fruchtbaren Nilschwemme vorhersagen zu können. Ein möglicher (aber kein zwingend notwendiger) Einstiegspunkt ist der Zusammenfall des offiziellen Neujahrstages mit dem ersten Wiedererscheinen des Sothis (Sirius).

So einfach der Kalender war, er kannte keine Schaltregelung und so klafften die Zeitpunkte des Neujahrstages und das die Nilschwemme ankündigende erste Auftauchen des Sirius in der Morgendämmerung immer weiter auseinander, bis nach Ablauf von 1461 Jahren wieder die gleichen Bedingungen gegeben waren (Sothis-Periode). Dies trat beispielsweise im Jahr 139 u. Z. ein. Nun lässt sich beliebig weit zurückrechnen, doch den Zeitpunkt, wann der Kalender eingeführt wurde, haben wir damit nicht gefunden. Überdies störte offenbar die Diskrepanz im Kalender den Ägypter herzlich wenig, weshalb auch keine ernsthaften Anstrengungen unternommen wurden, um den Fehler zu bereinigen.

Die erste Korrektur, die Einführung einer Schaltregel wurde 238 v. u. Z. mit dem Dekret des Canopus durch den ägyptischen König Ptolemäus III. Euergetes erlassen, in den festgelegt wurde, dass alle 4 Jahre das Kalenderjahr 366 Tage lang war.

Neben diesem Sonnenkalender wurde zumindest in den ersten Dynastien des Alten reiches auch ein reiner Mondkalender verwendet. Anders jedoch als etwa bei den Babyloniern im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, die ihren jeweiligen Mondmonat mit dem ersten Sichtbarwerden der schmalen Sichel nach Neumond begann, fiel im Nilland der 1. Tag des Monats auf den ersten Tag des Verschwindens der Mondsichel vor Neumond. Die zwangsläufigen Abweichungen – da im Mondkalender das Jahr nur 354 Tage hat – wurden durch einen willkürlich eingefügten Monat ausgeglichen, wenn dies aufgrund der zu großen Abweichungen gegenüber den drei Jahreszeiten notwendig wurde. Bis wann der Mondkalender im Gebrauch war und wann und warum man sich entschloss, einen Sonnenkalender zu verwenden, ist nicht überliefert. Auf jeden Fall war er wohl für lange Zeit parallel zum letzteren im Einsatz.

Der ägyptische Mondkalender hatte eine analoge Einteilung zum Sonnenkalender: Drei feste Jahreszeiten (Überschwemmung, Saat und Ernte) mit 12 Monaten zu je 4 Monaten. Die 11 Tage Differenz zum nächsten Neujahrstag, ebenfalls festmacht am heliakischen Aufgang des Sirius, wurden schlicht „Tage des Sirius-Aufgangs“ genannt und entsprechend festlich begangen.

Das Grab des Wesirs Rechmire in der Nekropole Thebens, der den Königen Tuthmosis III. (1470-1439 v.u.Z.?) und Amenophis II. (1439-1413 v.u.Z.) diente, zeigt bildreich die Aufgaben eines höchsten Verwaltungsbeamten in der ägyptischen Hierarchie. Es gehörte zu seinen Aufgaben, neben der Eintreibung von Steuern, der Rechtsprechung oder der Bearbeitung von Eingaben an den König dafür zu sorgen, dass ihm alle beobachteten Naturerscheinungen, insbesondere der Frühaufgang des Sothis, des Sirius, rechtzeitig mitgeteilt wurde, der in jedem Jahr den Beginn die für das Land so überaus wichtige Nilschwemme ankündigte. Damit wurde die Festlegung des Neujahrstages zu einer wichtigen staatlichen Aufgabe.

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