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Chronologie

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Chronologie Edit

Will man historische und kulturelle Entwicklungen, die geschichtliche Abfolge bestimmter Ereignisse oder einfach nur die Regierungszeiten bestimmter Könige im alten Ägypten rekonstruieren, kommt man nicht umhin, sich Gedanken über die Zeitrechnung im Hapiland zu machen. Eine systematische Aufzeichnung kannte man nämlich seinerzeit noch nicht, auch keine Jahreszählung. Wollte man ein bestimmtes Ereignis wie ein Eroberungsfeldzug, eine Expedition in das Geheimnis umwitterte Weihrauchland Punt (das nach neuesten archäologischen Forschungen moglicher Weise am Ufer des Sambesi in Simbabwe lag) oder den Bau eines Tempels datieren, schrieb man z.B. Regierungsjahr 9 des Königs xyz. Mit jedem neuen König begann die Rechnung von neuem.

Erschwerend kommt hinzu, dass Könige gleichen Namens sich nicht durch Hinzufügen einer Ziffer voneinander unterschieden, sondern durch ihren königlichen Beinamen, der in der Namenskartusche festgehalten war. Kann diese nicht übersetzt werden, da sie unvollständig oder teilweise zerstört ist, wissen die Ägyptologen nicht, in welche Epoche der jeweilige König einzuordnen ist. Da zudem nicht alle Gottkönige bekannt sind, klaffen teilweise riesige Lücken in der Geschichtsschreibung, die nur durch Ausgrabung entsprechender Dokumente, die Entdeckung von Inschriften im Sand verschwundener Bauwerke oder dem Auffinden entsprechender, in den Kellern irgendwelcher Museen lagernden und verschollen geglaubten Papyri geschlossen werden können. Noch viel schwieriger ist die Datierung bei weniger bedeutenden Persönlichkeiten aus der ägyptischen Geschichte.

Hilfreich für jedwede Art von Datierungen sind die sog. Königslisten, d. h. Zusammenstellungen der Regierungszeiten verschiedener Pharaonen. Allerdings ist gerade die berühmteste von allen, die von Manetho aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert, nicht die genaueste. Er war ein Priestergelehrte, beherrschte die Hieroglyphenschrift und griechisch und lebte im Sebennytos-Tempel in Samanűd im Nildelta, dem fruchtbaren Dreieck in Unterägypten. Über Manetho selbst ist nur wenig überliefert, manche Ägyptologen sehen in ihm auch einen Priester aus Heliopolis, dem altägyptischen On, nordöstlich des heutigen Kairo, wo der Sonnengott Atum (auch Chepri und Rę-Harachte) verehrt wurde. Insgesamt acht überlieferte Schriften werden ihm zugeschrieben, nur einen Teil davon dürfte er tatsächlich selbst verfasst haben.

Seine bedeutendste Schrift war die Aigytiaka, eine Art Geschichte des Landes. Leider ist das Original verschollen und alles, was heute über sie bekannt ist, stammt aus Abschriften und Zusammenfassungen späterer Autoren wie dem jüdischen Geschichtsschreiber Josephus (1. Jahrhundert nach der Zeitenwende), Julius Africanus um 220 n. Chr., dem Bischof Eusebius von Caesarea um 320 n. Chr und einem Mönch namens Georgios oder Synkellos aus Byzanz, dessen Interpretation um 800 entstanden ist. Lediglich die Einteilung der altägyptischen Geschichte nach Dynastien und die Namen der Könige wurden übernommen und in der heutigen Wissenschaft beibehalten, selbst die Regierungszeiten der hier genannten Herrscher und alle weiteren Begebenheiten gelten mittlerweile als äußerst unsicher. Da das Original nicht zur Verfügung steht, kann man selbst über die Plausibilität der dynastischen Einteilung spekulieren.

Als weitere Quellen für die Rekonstruktion gelten das Turnier Königspapyrus aus dem Neuen Reich (ca. 1550-1080 v.u.Z.) oder die steinernen Tafeln aus Abydos, Sakkâra, Karnak, der Stein von Palermo (Altes Reich, 1.-5. Dynastie). Doch auch hier gibt es gleich mehrere Haken: Das Turiner Papyrus ist nur fragmentarisch erhalten, alle anderen dienten religiösen Zwecken und enthalten nur Namen, aber keine Zeitangaben. Dadurch wird es sehr schwer zu entscheiden, nicht nur wann welcher König regiert hat, sondern welcher Mitregent von einem anderen war. Betrachtet man die vorliegenden Schriftquellen, so kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass alle Herrscher nacheinander an der Macht waren. Dem ist aber mitnichten so. Manch ein Gottkönig ließ aus Inschriften die Namenskartuschen seines Vorgängers entfernen oder stattdessen seinen eigenen Namen einsetzen - Geschichtsfälschung pur also!

Eine Möglichkeit für eine Datierung ergibt sich im Zusammenhang mit dem altägyptischen Kalender, über den im Detail noch berichtet wird. Hier nur soviel: Der Neujahrstag sollte mit dem Frühaufgang des Sothis (Sirius) zusammenfallen, der von alters her den Beginn der fruchtbaren Nilschwemme ankündigte. Aufgrund der Tatsache, dass ihm eine Schaltregelung fehlte, war das aber nur alle 1461 Jahre der Fall. Für das Jahr 139 n. Chr. ist ein derartiges Ereignis belegt. Nun könnte man einfach die Aufzeichnungen durchsehen, bestimmen, an welchem Tage Sothis nach einer längeren Zeit der Nichtsichtbarkeit wieder am Morgenhimmel auftauchte und eine Chronologie erstellen, aber: Das Quellenmaterial ist nicht nur dürftig und unvollständig, sondern auch häufig nicht sehr genau. Es konnten auf diese Weise bisher nur sehr wenige Sothisaufgänge datiert werden, so z. B. 1872 bzw. 1875 v.u.Z. im Regierungsjahr 7 des Königs Sesostris. III.

Dadurch konnte für das Neuen Reich eine fast vollständige Chronologie erstellt werden, für das Alte und das Mittlere Reich bzw. die Zwischenzeiten liegen jedoch keine Aufzeichnungen vor.

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